Notebook-Reparatur

Nachdem mein Notebook – Yakumo irgendwas, Jahrgang 2003 – mit einem immer aktuteren Wackelkontakt an der Ladebuchse heute gar keinen Strom mehr nehmen mochte, habe ich mir ein Herz gefasst und mich an der Reparatur desselbigen versucht.

Dabei musste ich die Erfahrung machen, dass es eine signifikante Gemeinsamkeit mit modernen KFZ gibt: Wenn man unter die Haube schaut – so man sie öffnen kann – sieht man, dass man gar nichts sieht. Natürlich muss bei einem Notebook darauf geachtet werden, die Hardwarekomponenten möglichst Platzsparend zu verbauen. Dass aber einmal eine Reparatur anstehen könnte, scheint überhaupt nicht Teil es Konzepts zu sein.

Zu der kompakten und speziellen Bauweise kamen drei Schwierigkeiten: Zuerst die technische, dass ich keinerlei Anleitung hatte, wie ich das Gerät überhaupt zuerlegen sollte; insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass es auch wieder funktionstüchtig zusammengebaut werden musste.  Zweitens der psychologische Druck des Wissens, dass es bei einem Bekannten mit gleichem Notebook-Typ schon einmal schiefgegangen ist. Und schließlich das logistische Problem, dass ich das Notebook so schnell wie möglich wieder brauche, um meine Arbeit erledigen zu können.

Ich machte mich also unter gewohnt sub-optimalen Voraussetzungen daran, mein einziges Notebook zu zerlegen. Anleitungen aus dem Internet haben mir nicht weitergeholfen. Zwar war der Tipp, mit dem Abmontieren der Tastatur zu beginnen, nicht so schlecht, jedoch musste zuerst die Blende oberhalb der Tastatur am hinteren Teil gelöst und nach unten herausgezogen werden, ehe die Schraube für die Tastatur sichtbar wurde. Ebenso mussten alle austauschbaren Hardwarekomponenten (Festplatte, Speicher, WLan-Adapter) entfernt werden, um an alle Schrauben zu kommen, die die Gehäusehälften zusammenhielten. Natürlich musste auch das Display abgeschraubt werden, um es an zwei mit leichten Steckern befestigten Schnüren baumelnd maximalem Risiko auszusetzen.

Schlussendlich konnte ich mich bis zum Mainboard vorarbeiten. Weiter aber auch nicht. Es ist mir partout nicht gelungen, das CD-ROM-Laufwerk zu lösen und damit das Mainboard aus der unteren Gehäuseschale zu nehmen. Schwierigkeit Nummer zwei im Hinterkopf habe ich darauf verzichtet, am Notebook in diesem labilen Zustand experimentelle Gewalt anzuwenden.

Auch wenn ich keinen direkten Blick auf die Lötstellen werfen konnte, bin ich doch zu folgender Diagnose gekommen: Die Buchse, mit der tagtäglich das Ladegerät mit dem Notebook verbunden wird, sitzt zwar noch fest auf der Platine – und das, obwohl keine weiteren Befestigungsmaßnahmen vorgesehen sind – jedoch ist sie in sich verzogen und wackelt. Das Ergebnis ist ein schnöder, aber nerviger Wackelkontakt, der sich aller Voraussicht nach progressiv verhalten wird.

Als nächstes werde ich nun wohl prüfen, ob ich eine Ersatzbuchse bekommen kann, an der kein komplettes Mainboard hängt (der Fehler trat vor drei Jahren schon einmal auf und wurde beim Garantie-Service in einem 4 Monate langen Prozess durch Austausch des Mainboards behoben) und mir das kaputte Gerät besorgen, um eine Probe-Operation vorzunehmen, herauszufinden, wie man das CD-Laufwerk entfernt und mir eine bessere Befestigung einfallen zu lassen.

Materielle Gewinne ergab die knapp zweistündige Aktion nicht. Aber ich weiß nun, wie mein Notebook auseinanderzunehmen ist und dass ich mich für solche Aufgaben nicht unbedingt freiwillig melden werde.

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