Monthly Archives: April 2009

Debian und ausgelagerte Firmware in Linux 2.6.29

Mein Notebook arbeitet wie so viele andere mit einem Chipsatz von Intel, d.h. LAN und WLAN läuft beides mit Intel Chips:

Nun kam heute früh der neue Linux Kernel 2.6.29 in Debian unstable an. Bei der Installation wunderte ich mich schon, dass das Update der initramfs nicht 100% glatt lief und folgende Meldungen kamen:

Beheben ließ sich das in meiner Debian-Installation dann einfach durch die Installation der Pakete firmware-ipw2x00 und firmware-linux.

Speicherlimits von MiKTeX erhöhen

Vor einiger Zeit hatte ich im Beitrag Schicke Grafiken in LaTeX mit pgfplots (1) eine elegante Möglichkeit vorgestellt, größere externe Datenmengen in schicke LaTeX-Plots zu verwandeln. Ich mache das immer noch sehr ähnlich, bin aber heute auf ein Problem gestoßen, das auch in der Dokumentation zu pgfplots Erwähnung findet. Im Kapitel »7 Memory and Speed considerations« heißt es dort:

The default settings of most TEX-distributions are quite restrictive, so it may be necessary to adjust them.

Dieses Limit hatte ich nun offenbar auf meinem Notebook erreicht. Die Doku zu pgfplots schlägt vor, die Limits mit Kommandozeilenparametern beim Aufruf von pdflatex zu erhöhen. Das funktionierte in meinem Fall leider nicht, da ich gleichzeitig auch noch die Funktionalität von pgf/pgfplots zum Wiederverwenden bereits kompilierter Grafiken einsetze, Stichwort externalize. Dort wird aus pdflatex heraus noch ein weiterer Lauf von pdflatex gestartet. Jetzt hätte ich diesen Aufruf anpassen und mit dem entsprechenden Parameter versehen können, aber dann wäre ich unter Linux auf die Nase gefallen, wo ich das Dokument ebenfalls kompilieren will.

Im Hinterkopf aus meinen ersten Experimenten mit pgfplots hatte ich aber, dass man diese Memory Limits auch irgendwo global setzen kann. In einem alten Thread in de.comp.text.tex hatte ich schon fast die richtige Lösung gefunden, aber der Tipp initexmf --edit-config-file=latex auf der Kommandozeile und dann im Editor den Wert anpassen funktionierte nicht.

Auf die richtige Spur kam ich dann als ich in C:\Programme\MiKTeX 2.7 eine Suche in den Dateien nach dem alten Limit ausführte. Ich erwartete eigentlich eine Konfigurationsdatei zu finden, aber ich wurde mit der Nase auf die Dokumentation von MiKTeX selbst gestoßen: C:\Programme\MiKTeX\2.7\doc\miktex\miktex.pdf. Da steht in Abschnitt »5.4 Changing TEXMF run-time parameters« nämlich genau, was zu tun ist:

Man beachte den kleinen Unterschied zu oben. ;-)
In der Datei hab ich dann jedenfalls folgendes eingetragen:

Jetzt kompiliert mein Dokument wieder, ich kann fröhlich weiter arbeiten und schreibe mir selbst nochmal ein dreifaches RTFM hinter die Ohren.

Internet-Zensur bald auch in Deutschland?!

Die Zeitschrift c’t ist in erster Linie ein Computermagazin. Was sie von anderen Zeitschriften in dieser Sparte unterscheidet ist der Blick über den technischen Tellerrand hinaus zu den politischen und gesellschaftlichen Aspekten der Technik. In der aktuellen Ausgabe wird der Vorstoß der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen beleuchtet, die sich vehement für die Filterung von Kinderpornographie im Internet einsetzt, wohl gemerkt Filterung, nicht Abschaltung. Der c’t-Redakteur findet sehr deutliche Worte:

Was steckt also wirklich hinter all diesen Hirngespinsten? Wenn es nicht die Bekämpfung von Kinderpornos ist, dann kann es nur um die Installation der Sperren selbst gehen. Das würde bedeuten, dass hier mit einem Vorwand eine geheime Liste eingeführt wird, die man nach und nach um weitere strafbare und unliebsame Inhalte erweitern kann. Die viel gelobten skandinavischen Länder zeigen bereits die Richtung: In Schweden versuchte die Polizei 2007 auf Lobbydruck hin, Adressen der Tauschbörsen-Suchmaschine Pirate Bay auf die Kinderporno-Sperrliste zu heben. Ähnliches ereignete sich 2008 in Dänemark.

Oder um es noch deutlicher auszudrücken: hier soll anscheinend unter dem Vorwand des Kampfes gegen Kinderpornographie eine Zensurinfrastruktur geschaffen werden, wie man sie bisher nur aus China kennt. Dass derartige Systeme über kurz oder lang nicht nur für den zur Zeit propagierten Zweck genutzt werden, sondern weitere Begehrlichkeiten wecken und letztlich wohl auch zur Zensur aller möglichen anderen Inhalte dienen werden, davon kann man nach aller Erfahrung ausgehen. Wie weit ist es dann noch bis Kritiker hierzulande auch mundtot gemacht und möglicherweise wegen ihrer Gesinnung verhaftet werden?

Zum nach- bzw. weiterlesen:

Letztere ist durchaus interessant, weil die Argumente, auf die Frau von der Leyen nicht hören will, alle nochmal mit Links hinterlegt sind.