Ursprünglich hatte ich vor einen Beitrag darüber zu schreiben, dass ich es nicht geschafft habe, für Windows eine Schriftart zu finden, die ich zum Programmieren und als Konsolenschrift nutzen kann, also primär in PuTTY. Nun hat sich das etwas anders gegeben, aber der Reihe nach. Die Anforderungen waren folgende:
Los geht’s erstmal mit Courier New. Die ist ziemlich ausgelutscht, ist aber schon da und hat neben den Strichzeichen auch eine recht breite Unicode-Unterstützung. Die Unterscheidung zwischen kleinem l und der 1 ist nicht so schön. Die zwischen dem großen O und der 0 könnte auch besser sein, ansonsten aber ganz brauchbar.
![]()
Nächster Kandidat ist die Lucida Console, ebenfalls bei Windows dabei. Die sieht sehr klar aus. Die Unterscheidung zwischen O und 0 gelingt nicht so gut. Mir persönlich ist sie in der gewünschten Schriftgröße zu breit und die Zeilenabstände sind recht eng. Das geht noch besser.
![]()
Bei Windows Vista dabei, aber auch separat von Microsoft zu bekommen ist die Consolas. Die sieht unter den richtigen Voraussetzung rein optisch am besten aus. Die Schrift wurde speziell für TFT-Bildschirme und das dort verwendete Sub-Pixel-Hinting und ClearType optimiert, sieht auf alten Monitoren daher leider grauselig aus. Zum Programmieren eignet sie sich super. Leider gibt es einen ganz großen Haken: sie hat nur einen sehr kleinen Zeichenvorrat und die Strichzeichen sind nicht dabei, was sie für die Konsole komplett disqualifiziert, so bleibt sie leider nur etwas zum reinen Programmieren unter Windows.
![]()
Danach habe ich lange mit der Andale Mono gearbeitet, die früher bei Windows dabei war und auch noch im Netz zu finden ist. Diese Schrift lässt recht viel Raum und wirkt recht klein, was zunächst mal ungewohnt ist, aber dann im täglichen Gebrauch nicht weiter stört. Leider hat diese Schrift einen Pferdefuß, der mich dann doch wieder auf die Suche nach einer besseren Alternative geführt hat. Bei 9pt sind ; und : kaum zu unterscheiden. Für einen Chat im irssi ist das doof, weil man ;-) und :-) kaum noch unterscheiden kann.
![]()
Gestern dann telefonierte ich mit meinem Bruder, einem studierten Experten auf dem Gebiet der Typographie. Von ihm bekam ich den Tipp es mal mit der DejaVu Sans Mono zu versuchen. Diese ist mir unter Linux natürlich schon das eine oder andere Mal begegnet. Die Schrift selbst wird als offenes Projekt auf dejavu-fonts.org entwickelt und man kann sie als OpenType TTF auch unter Windows nutzen. Sie enthält eine sehr breite Auswahl an Unicode-Zeichen und natürlich auch die gewünschten line drawing characters. Die beim Programmieren relevanten Zeichen sind ausreichend gut zu unterscheiden. Im Terminal wirkt sie sehr hoch und lässt wenig Raum zwischen den Zeilen, wirkt aber ausgewogener als die Lucida Console und ist insgesamt gut lesbar. Das macht sie nicht ganz perfekt aber sie ist frei und daher ab sofort meine erste Wahl als Konsolenschrift.
![]()
Allgemein AntiVir Apache CLI DataMining Debian eBay Eclipse Eisfair GnuPG GTD Hardware HCI HowTo ICQ Ideen IMPULS Internet IRC Jabber KDE Kommunikation LaTeX Linux Literatur Lustiges Magdeburg MATLAB Mobiltelefon MSRS OpenSource Perl PIM Politik Programmierung RFID Shirt Sicherheit Software Umwelt Versionsverwaltung Video Virtualisierung WebUni Wikipedia Windows WordPress Zaurus
2 Kommentare
Peter
7. February 2009, 23:23 Uhr 1Danke für den Überblick. Ist wirklich ein Dilemma mit den Schriften.
Die Nachteile mit der Nicht-Unterscheidbarkeit von 1 und I / l bzw. 0 und O kann man aber teilweise auch dadurch kompensieren, dass der Editor Zahlen mit einer anderen Farbe versieht als Buchstaben. In putty & co bringt das natürlich nix.
Spätestens, wenn man viel mit unterschiedlichen Systemen (PC Win/Linux; Mac OS) und Rechnern (auf Arbeit, zu Hause, Freundin, Eltern, …) konfrontiert ist belässt man es dann meist schon aus Bequemlichkeit bei den Standardvorgaben … leider.
Scrollbalken im Midnight Commander von antiblau blog
6. March 2009, 14:41 Uhr 2[...] Unicode stellen und eine passende Schrift auswählen. Dass dies nicht so einfach ist, habe ich letztens erst ausführlich [...]
Hinterlasse einen Kommentar: